Samstag, 21.09.2019 00:14 Uhr

One in a million

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Wien, 22.05.2019, 10:05 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 4814x gelesen
One million
One million  Bild: Uwe Rembor

Wien [ENA] Porzellan ist ein Speichermedium, das die Jahrhunderte überdauert. Uli Aigner nimmt dieses Material als Ausgangspunkt, um Verlusterfahrungen in eine materielle Botschaft des Lebens und Überlebens umzuwandeln. Ihr monumentales Porzellangefäß wird in der Reihe „Carlone Contemporary“ gezeigt,

in der zeitgenössische Positionen dem barocken Bildprogramm des Carlone-Saals gegenübergestellt werden. „One Million – Item 2361“ basiert auf einer Buntstiftzeichnung von Uli Aigner. Im Rahmen ihres Porzellanprojektes „One Million“ ließ die Künstlerin daraus in Jingdezhen (China), der jahrtausendealten „Welthauptstadt des Porzellans“, ein Monumetalgefäß fertigen und bemalte es mit einer Porzellanmalerin vor Ort. Das universelle Motiv eines Sonnenuntergangs nimmt Bezug auf die gravierende Erfahrung der Selbsttötung eines nahestehenden Menschen. Festgehalten ist ein Sonnenuntergang im Nordwesten Kanadas, der letzte vor der monatelangen Zeit ohne Sonnenlicht.

Am oberen Rand greift die Künstlerin eine alternative Darstellung des Universums auf: die auf Grundlage einer mathematischen Formel aufgestellte These, das Universum könnte ein Hologramm sein. Aigner thematisiert damit die physische Präsenz im Lebensraum und ein hypothetisches Weltmodell – zwei Möglichkeiten, mit deren Hilfe sich der Mensch in Beziehung zur Welt setzt. Die Auseinandersetzung mit Licht und Schatten, mit Helligkeit und Dunkelheit im Lebenszyklus findet sich auch in den Fresken von Carlo Innocenzo Carlone. Hier wird der wiederkehrende Wechsel von Tag und Nacht thematisiert. Die Helligkeit, verkörpert durch Apoll, ist positiv konnotiert, da sie schlechte Eigenschaften sichtbar macht und vertreibt.

Im Wissen um die weltweit hohe Zahl von Selbsttötungen verweist Aigner mit diesem Werk auf diejenigen, die sich für den Abschied entschieden haben, und zollt jenen Tribut, „die trotzdem da sind“. Die Ausstellung findet vom 12. April 2019 bis zum 3. November 2019 im Museum Oberes Belvedere in Wien statt. Das Belvedere besteht aus dem unteren, dem oberen Belvedere und dem Belvedere 21. Während unteres und oberes klassische Kunst zeigen, im oberen Belvedere wird die weltberühmte Gustav Klimt Ausstellung gezeigt, stellt das Belvedere 21 moderne Kunst aus.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.