Donnerstag, 18.07.2019 22:45 Uhr

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Shoah

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Zürich, 25.01.2019, 15:56 Uhr
Presse-Ressort von: Tamás Morvay Bericht 6618x gelesen

Zürich [ENA] Am kommenden Wochenende ist der internationale Holocaust Gedenktag. Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wo im 2. Weltkrieg alleine 1/6 der insgesamt über 6 Mio. jüdischen Opfer des Holocaust starben, soll daher insbesondere eben an die jüdischen Opfer erinnert werden. Doch wird dieser Grundgedanke immer mehr verwässert. Ein paar Überlegungen dazu, ausgelöst durch aktuelle Begebenheiten.

Im vergangenen Jahr hat, an der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit einer Äusserung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auf die Frage eines israelischen Journalisten, im Zusammenhang mit einem mittlerweile entschärften polnischen "Holocaust-Gesetz", sprach Morawiecki von "jüdischen Tätern", unwidersprochen auch vom Moderator, Botschafter Wolfgang Ischinger. Auf Nachfragen unserer Zeitung hin erklärte die Pressestelle damals: "Die MSC selbst kommentiert Aussagen von Rednern oder Panelisten grundsätzlich nicht. Dies zu tun, ist Aufgabe der über 500 hochrangigen eingeladenen Teilnehmer sowie der zahlreichen anwesenden Medienvertreter." Eine billige Ausrede! (https://bit.ly/2B2y3AS)

Im letzten Sommer eskalierte eine Kontroverse um die Ruhr-Triennale. Im Vordergrund stand der Vorwurf, auf der Veranstaltung würde der Bewegung "Boykott, Divestment, Sanctions (BDS) eine Plattform geboten. BDS ist eine gegen den Staat Israel gerichtete, modernen Variante von "Kauft nicht bei Juden!" der frühen Zeit der Naziherschaft in Deutschland. Besonders das, mehr als bloss unglücklich zu bezeichnende, Verhalten der neuen Leiterin Stefanie Carp, welche darauf abzielte, die Kontroverse zu einem Diskurs um die Freiheit der Kunst umzudeuten, führten zu einer Ablehnung ihrer Person, deren konsequenter Schlusspunkt nur die vorzeitige Ablösung Carps an der Spitze der Ruhr-Triennale sein kann. (https://bit.ly/2Wg34KB)

Die sich populistisch gebende "Alternative für Deutschland" ist mittlerweile in allen deutschen Länder-Parlamenten und auch im Bundestag vertreten. Eine Mässigung der sich von einer Europa-skeptischen Bewegung zur xenophoben Volkspartei entwickelnden Gruppierung ist nicht in Sicht. In jüngster Zeit wurde bekannt, dass der Verfassungsschutz sich für die Partei interessiert und diese unter Beobachtung stellt. Das resultiert aus Äusserungen einzelner Mitglieder, zu denen insbesondere der sehr bewusst die Grenzen des Sagbaren auslotende Alexander Gauland gehört. Aber auch die gescheiterten Ausschluss-Verfahren gegen Wolfgang Gedeon (inzwischen ausgetreten) oder Björn Höcke stellen den demokratischen Charakter der Partei in Frage.

Aktuell hat nun die Hohe Vertreterin der EU Federica Mogherini eine problematische Erklärung zum Tag der Erinnerung an die Opfer des Holocaust veröffentlicht. Problematisch deswegen, weil darin die seit geraumer Zeit beobachtete Tendenz fortgesetzt wird, das singuläre Leiden des jüdischen Volkes mit dem Schicksal anderer Opfer der Nazis zu vermengen. Nicht nur stellen Juden die weitaus grösste Gruppe von Opfern des Holocaust dar, Judenhass ist die einzige deterministische Eigenschaft des deutschen Nationalsozialismus. Das Ziel der systematischen Auslöschung des Judentums ist jenes Ziel, das den Nazis die Herrschaft bis zum Schluss zu sichern half, auch unter den passiven Mitläufern. Das ist es, was niemals vergessen werden darf!

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